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Wissenswertes über die Gemeinde Lägerdorf

Ortsname:

Der Name wird auf holländische Siedler zurückgeführt, die in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts in diese Gegend kamen, um die von der Elbe überfluteten Marschen mit Deichen zu sichern und zu kultivieren. Ursprüngliche Bezeichnungen waren "Hollenderesdorpe" und "Legerdorpe". Den Namen Legerdorpe = Lägerdorf leitet man von den holländischen Leggers ab. Leggers hießen diejenigen, die Geld zum gemeinschaftlichen Bau der Deiche und Wasserläufe eines neuen Kooges zusammenlegten.

Wappen:

Das Wappen der Gemeinde Lägerdorf zeigt ein Schild, welches durch eine Diagonale in ein silbernes und grünes Feld geteilt ist. Das silberne Feld zeigt blaue Wellenlinien als Symbol des Meeres aus der Kreidezeit und das grüne Feld ein halbes silbernes Zahnrad als Sinnbild der Industrie.

Kurzer Abriß der Geschichte:

Lägerdorf wurde bereits im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Obwohl Hinweise vorhanden sind, daß die Flächen Lägerdorfs bereits durch die Sachsen besiedelt waren, ist anzunehmen, daß die eigentliche Gründung Lägerdorfs holländischen Ursprungs ist und auf die 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts zurückgeht. Bis Mitte des 19. Jahrhundert verlief die Entwicklung Lägerdorfs wie in vielen anderen Orten auch, Lägerdorf war ein kleines Bauerndorf in der Form eines Haufendorfes. Auch die ersten Kreidefunde schafften keinen entscheidenden Wandel in der Struktur des Dorfes. Erst die Anfänge der um 1860 neu hinzugekommenen Zementindustrie leiteten den Strukturwandel ein, der binnen weniger Jahrzehnte das Bild des heutigen Ortes prägte und Lägerdorf von einem kleinen Bauerndorf zu einem ausgesprochenen Industrieort von großer wirtschaftlicher Bedeutung im Kreise Steinburg machte.

Seit dem Jahre 1894 wird das Amt des Bürgermeisters hauptamtlich geführt. Am 1.1.1921 wurde Lägerdorf selbständiger Amtsbezirk, nachdem das Amt Lägerdorf von 1889 an aus den Gemeinden Lägerdorf und Dägeling bestanden hatte.

Besondere Kennzeichen und Merkmale:

Die Gemeinde ist seit ca. 120 Jahren von der Kreide- und Zementindustrie mit heute hochmodernen Fabrikanlagen und riesigen Kreidegruben geprägt. Durch hervorragende Verkehrsverbindungen bleibt der in einiger Entfernung von der Industrie liegende Ort von Schwerlastverkehr nahezu unbehelligt.
Dank des Engagements der Verantwortlichen ist aus dem ehemals grauen Eindruck ein Ort mit sehr viel Grünanlagen geworden, in dem sich die Lägerdorfer und Besucher wohlfühlen können.
Ohne als ländlicher Zentralort anerkannt zu sein, bietet der Ort Lägerdorf Einrichtungen wie Freibad, Volkshochschule, Feuerwache, Jugendhaus, Kinderspielplätze und Heimatmuseum an, die ihm eine gewisse Zentralität zubilligen. Daneben gestalten Vereine und Verbände vielfältiger Art das harmonische Miteinander auf kultureller und sportlicher Ebene.

Der Schippenbeiler Platz mit seinem Gedenkstein und seinem Brunnen weist auf die seit 1954 bestehende Patenschaft zu der Stadt Schippenbeil / Ostpreußen (heute: Sepopol) hin. Im Patenort Lägerdorf treffen sich seit 1978 im Zweijahresrythmus die Schippenbeiler. Im Jahre 1993 wurde darüber hinaus eine Partnerschaftsurkunde zwischen beiden Gemeinden unterzeichnet. Ziel dieser Vereinbarung soll sein, unsere Bürgerinnen und Bürger stets als gute Nachbarn im gemeinsamen europäischen Hause einander näher zu bringen.

Literatur:
Lägerdorfer Chronik II
Bildband "Lägerdorf einst und jetzt" (beide erhältlich im Rathaus)
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