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Am 18. Juni 1997 ging die Reise endlich los. Über die Vogelfluglinie nach Helsingborg und dann ohne große Pause sofort weiter in den Norden. Die Europastraße E6/E20 in Richtung Göteborg, durch Göteborg hindurch und dann auf der Straße 45 weiter in Richtung Vänernsee. Dort sollte unser erster Haltepunkt sein. Inzwischen war es früher Morgen und somit suchten wir uns in einer ruhigen Seitenstraße unseren ersten Übernachtungsplatz. Am folgenden Vormittag fuhren wir dann unseren ersten Campingplatz in Mellerüd (Vitar Sandars Camping) an. Dort blieben wir für 2 Nächte.
Da am 20. Juni das Midsommernachtfest stattfand, hatten wir allerdings Glück dort überhaupt einen Platz zu bekommen. Später anreisende mußten abgwiesen werden. Der Campingplatz liegt direkt am Vänernsee mit Bade- und Angelmöglichkeiten und ist sehr komfortabel. Durch den frühen Reisetermin konnten wir das Midsommerfest auf dem Platz miterleben. Den ganzen Tag bis in die späte aber helle Nacht wurde gefeiert. Spiele für die Kinder, der Maibaum wurde aufgestellt, alles feierlich mit Birkenzweigen geschmückt und am Abend Livemusik und Tanz. Am 21.06. ging die Reise weiter. Unser Ziel war Orsa. Die Strecke dorthin ist etwa 370 km lang und wir sind etwa 6 Stunden gefahren. Dort, nördlich des Siljan-Sees, wollten wir vor allem den Bärenpark besuchen. Die Fahrt führte uns auf der Straße Nr. 45 bis Karlstadt und dann weiter über die Straße Nr. 64 in Richtung Norden durch eine wunderschöne Landschaft mit vielen Seen und Wäldern. Kurz vor Mora treffen sich die Straßen 45 und 64 und das letzte Stück ging wieder auf der 45 bis nach Orsa. Der Campingplatz in Orsa liegt an einem See und ist größtenteils bewaldet. Am nächsten Tag haben wir dann den Bärenpark besucht. Eine kleine und zum Teil steile Straße führte uns hinauf zum größten Gehege in Europa. Der Park ist 90.000 qm groß und in verschiedene Gehege geteilt. Durch den Park führt ein Fußweg mit einigen Aussichtsrampen von wo die Tiere beobachtet werden können. Neben den Bären leben dort auch Wölfe und Luchse in einer natürlichen Umgebung. Ein Besuch der sich lohnt! Heute leben in den Wäldern Schwedens wieder sehr viele Bären, Wölfe und Luchse, in freier Wildbahn wird man diese jedoch kaum einmal zu sehen bekommen. Am 23.06. sind wir weiter gen Norden aufgebrochen. Zunächst auf der 45 bis Sveg, dann einen Umweg über die 84 nach Hedeviken, weiter über die 315 und 316 nach Asarne. Nach kurzer Fahrt auf der 45 wieder ein Abstecher über die 321 am See Storsjön vorbei bis Mattmar. Dort rechts auf die E14 um bei Krokom links auf die 339 abzubiegen. Etwa bei Föllänge haben wir dann in freier Natur übernachtet. Direkt vor dem Fluß Harkan führt eine kleine Straße nach rechts zu einem sehr schönen Platz direkt am Fluß. Für die rund 400 km haben wir etwa 7 1/2 Stunden gebraucht. Da es an diesem Tage nur regnete, war die Fahrerei halb so schlimm. Die wunderschöne Natur entschädigte! Auf dieser Strecke haben wir sogar unseren ersten "richtigen" Elch am Straßenrand gesehen. Bevor allerdings der Fotoapparat gezückt war, hatte sich der Elch in den Wald verabschiedet. Schade! Auch am Abend regnete es weiter. Dennoch, zum ersten Male haben wir die Angeln ausgepackt. Leider ohne Erfolg, nur der erste Blinker ging in den Fluten dauerhaft baden. Bei strömendem Regen haben wir unter einem Sonnenschirm gegrillt. Man muß halt flexibel sein!? Am nächsten Tag wurde das Wetter merklich besser. Nur noch einige Schauer begleiteten uns über den Tag. Zunächst fuhren wir wieder zur Straße 45 nach Strömsund. Dort haben wir erstmal eingekauft um uns anschließend auf die Reise über den Wildnisweg zu machen. Wir sollten die Fahrt über diese wunderbare Strecke nicht bereuen! Der Wildnisweg führt zunächst auf der 342 weiter ins Landesinnere in Richtung Norwegische Grenze. Die Strecke ist, auch wenn sie Wildnisweg heißt, hervorragend ausgebaut. Dennoch sehr wenig Verkehr. Unser Etappenziel hieß Gäddede. Wenn wir bis dahin schon von der Landschaft begeistert waren, es gibt immer wieder eine Steigerung! Da wir des öfteren Stops einlegten, haben wir die insgesamt 200 km in rund 6 Stunden zurückgelegt. Inzwischen hoch genug im Norden, war der sehr schöne Campingplatz in Gäddede fast leer. Der Platz liegt - wie eigentlich alle - direkt am Wasser (Bild "Landschaft" hier klicken). Sogar Rentiere verirrten sich auf den Platz. Am Uferrand fanden wir jede Menge abgenagter Hölzer, armdick und kunstvoll von fleißigen Bibern abgenagt. Ein schönes Souvenir. Am späten Nachmittag kam mehr und mehr die Sonne zum Vorschein. Es wurde richtig schön warm. Endlich. Am 25.06. ein Abstecher den man nicht versäumen sollte. Einige km entfernt von Gäddede, erreichbar über eine kleine nicht asphaltierte aber gut befahrbare Straße (Bild "Straße" hier klicken), die Hällingsafallet (Bild "Wasserfall" hier klicken). Dieser mit ca. 800 m längste Canyon (Bild "Canyon" hier klicken). Nordeuropas mit einem 60 Meter tief fallenden beeindruckendem Wasserfall muß man gesehen haben! Staunend standen wir sehr lange vor diesen unbändigen Kräften der Natur. Einfach faszinierend. Von dort aus ist es nur ein Katzensprung nach Norwegen. Also machten wir eine kleine Rundreise dorthin. Auf der 74 bis nach Nordli und von dort eine zum Teil ziemlich steile Straße in Richtung Kvelia, Östnes, Viken und Lermon zurück nach Gäddede. Auch diese Rundreise lohnt allemal. In den Höhenlagen konnten wir den ersten Schnee finden. Wie bereits erwähnt sind diese Straßen teilweise nicht asphaltiert, zum Teil recht steil und eng. Sicher kann man auch mit Wohnanhänger alles bewältigen, besser jedoch wäre es, die Tour ohne Ballast zu machen und den Campingplatz in Gäddede als Ausgangspunkt zu wählen. Am 26.06. setzen wir die Fahrt über den Wildnisweg fort. Die Strecke führte uns über Kycklingvattnet, Jormvattnet, Bläsjön zunächst nach Ankarede (Achtung, hier muß man von der Hauptstrecke abbiegen und einige km extra einplanen!). In Ankarede gibt es einen uralten Versammlungsplatz der Lappen (Samen) zu besichtigen. Leider war zum Zeitpunkt unseres Besuches fast niemand dort. Lediglich ein kleiner Kisok hatte geöffnet. Dennoch lohnen die zusätzlichen km, allein wegen der tollen Landschaft. Dann führte die Strecke über Ankarvattnet direkt ins Hochland. Dort lagen bei herrlichstem Wetter an den Straßen noch bis zu 3 Meter!!! Schnee (Bild "Schneelandschaft" hier klicken). Wir wollten dort kaum wieder weg. Dennoch ging die Reise weiter über Stekenjäkk über Klimpfjäll und Lövberg zum nächsten Samenkirchdorf nach Fatmomakke. Auch dieser Weg lohnt unbedingt! Auch wieder herrlich gelegen (Bild "Landschaft" hier klicken). sind dort uralte Häuser und Kirche der Samen zu bewundern. Neben einem Kiosk und Campingplatz kann man dort auch hervorrragenden Fisch verspeisen. Nach dem tollen Menü haben wir unseren Weg fortgesetzt. Saxnäs (schöne Treppenwasserfälle direkt an der Strecke), Strömnäs, Skansholm bis etwa Malgovik waren unsere nächsten Stationen. Dort, an einem Fluß haben wir übernachtet. Trotz vieler Mücken haben wir bis spät in der Nacht - wieder erfolglos - geangelt. Die zuvor beschriebene Etappe war etwa 250 km lang. Rund 8 Stunden Zeit haben wir uns dafür genommen. Am 27.06. war dann das nächste Ziel der Polarkreis. Zunächst auf die Straße 45 und dann immer Richtung Norden. Ziel Jokkmokk, Streckenlänge etwa 400 km. Auf dieser Strecke liefen uns dann die ersten Rentiere (Bild "Rentiere" hier klicken) vors Auto. Aber, nochmal gut gegangen. Je weiter es gen Norden geht, desto weniger Orte, Menschen, Autos. Trotzdem ist die lange Fahrt nie eintönig. Wälder, Sumpfgebiete, Flüsse, Seen, Tiere in freier Wildbahn (Rentiere, Füchse, Rehwild). Kurz vor Jokkmokk überqueren wir das erste mal auf unserer Reise den Polarkreis. Nach einem Einkaufsbummel in Jokkmokk entschließen wir uns, nicht den Canpingplatz dort aufzusuchen, sondern noch einige km weiter zu fahren. Nach wenigen km biegen wir links ab und fahren nach Vajkijaur. Eine gute Entscheidung! Ein kleiner aber sehr schön an einem See gelegener Platz. Einfach aber sauber. Zu unserer Überraschung sind hier hauptsächlich Deutsche Gäste anzutreffen. Der erste Tag - bzw. die erste Nacht, an dem die Sonne gar nicht mehr untergeht. Keine Wolke an Himmel, ein spiegelglatter See, nur die Mücken nerven erstmals etwas mehr. Noch lachen wir, als wir die ersten Touristen mit Tropenhelm und Mückennetz an uns vorbeilaufen sehen. Da die Sonne schon sehr früh wieder sehr hoch am Himmel steht, wird es im Wohnmobil schon recht früh unerträglich warm und wir stehen schon früh auf. Die Mücken warten schon auf´s Frühstück. Zunächst fahren wir nochmal nach Jokkmokk um etwas einzukaufen. Die Mücken haben uns überzeugt, auch wir rüsten uns mit Tropenhelmen aus. Zum Glück, wie sich später noch herausstellen soll. Die Reise soll uns heute Richtung Norwegen führen. Erstmals fahren wir Richtung Süden, die Straße 45 bis Arvidsjaur. Dort dann rechts ab auf die 95 bis etwa Östansjö. Ca. 290 km war die Strecke lang. Auch hier wieder einer wunderschöne, abwechslungsreiche Strecke. Auf einem Naturrastplatz werden wir übernachten. Wieder bestes Wetter, wieder einmal sind wir erfolglos am angeln. Gegen Abend wird das Summen stetig lauter. So toll ist der Platz wohl doch nicht? Unsere Tropenhelme kommen zu ihrem ersten Einsatz. Ohne diesselben hätte ich unser Abendessen wohl nicht grillen können! Der Rauch stört die Mücken überhaupt nicht. Gegessen wird lieber im Wohnmobil, nachdem zunächst alles fliegende gekillt wurde. Zum Glück sind die Fenster mit Insektengittern ausgerüstet. Eigentlich eine sehr schönes Plätzchen. Dennoch, an nächsten Morgen geht es ohne Frühstück los. Blos nicht aussteigen. Einige nicht geschützte Stellen (Fußgelenke, Hände) sind massiv betroffen. Da hilft auch Anti-Juck-Creme nicht mehr viel. Ein Kiosk an der Strecke hat leider geschlossen, also halten wir an einem Parkplatz an und holen unser Frühstück dort nach. Diesmal ohne Plagegeister. Geplant haben wir jetzt eigentlich die Fahrt nach Norwegen und dann dort weiter gen Süden. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Es folgt eine sehr lange Etappe die allerdings trotzdem sehr schön war. Auf der 95 fahren wir weiter. Ein Zwischenstop zum Angelversuch, diesmal mit Fliege, bringt auch keinen Erfolg. Durch das Junkerdalen fahren wir nach Norwegen hinüber. Eine beeindruckende Straße! Eng, sehr steil bergab (Bremsen prüfen!) aber dennoch sehr gut befahrbar. Hohe Gebirge links und rechts, tiefe Schluchten, Wasserfälle...toll! An der E6 angekommen fahren wir Richtung Mo i Rana. Kurz zuvor überqueren wir wieder den Polarkreis. Hier an einer (der) Hauptverkehrsstraße sehr aufwendig bebaut. Ein riesiger Souvenirshop wartet auf die Touristen. Nicht so besonders einladend. Es liegt hier noch viel Schnee, außerdem fängt es hier zu regnen. Schnell weiter. Mo i Rana sollte eigentlich unser Ziel sein, aber - sorry - eine häßliche Industriestadt. Volltanken und weiter. Die nächsten Städte, auch nicht sehr schön. Immer noch Regen. Wir beschließen zurück nach Schweden zu fahren. Ersteinmal wollen wir jedoch übernachten. Leider finden wir weit und breit keinen vernünftigen Platz. Endlich ein Campingplatz. Oh, daß erste mal das eine Kreditkarte nicht akzeptiert wird. Außerdem wirkt der Platz nicht so besonders einladend, soll aber doppelt so viel Kosten als wir es aus Schweden gewohnt sind. Nein danke. Nächster Beschluß, wir fahren noch heute zurück nach Schweden, übernachten dort irgendwo und suchen dann am nächsten Tag einen Campingplatz zum erholen. So sind wir dann bis Trofors weitergefahren um dort über die 73 nach Schweden zu fahren. Das war eine wirklich gute Idee. Wieder einmal eine ganz tolle Strecke. Und, kaum war Schweden erreicht, kam auch die Sonne wieder zum Vorschein. Auf den Bergen wieder überall Schnee und - einen fast noch vollständig zugefrorenen See haben wir dort entdeckt. Ein einmaliges Bild, Wolken mit zwischendurch einigen Sonnenstrahlen, unten der See, das Eis und meterdicke Eisschollen von Nebelschwaden umhüllt. Allein dieser Anblick war die lange Etappe wert. Bis etwa Tärnaby sind wir weitergefahren. Auf einem Naturrastplatz haben wir dann übernachtet. Nach gut 500 km und rund 13 Stunden hatten wir um 21:30 einen schönen Platz gefunden. Naja, anstrengend war es schon, dennoch, ich würde es wieder tun! 30.06. , Ziel Storuman, etwa 200 km. Dort wollen wir 2 Tage entspannen. Auch dort wieder ein sehr schöner Campinglatz. Direkt am einem See. Das Wetter war hervorragend, wir haben wieder einmal geangelt. Gefangen? Naja, also ähhh... Nach 2 Tagen Pause wollten wir uns langsam wieder Richtung Süden orientieren. Wir entschlossen uns, doch noch nach Stockholm zu fahren. Zunächst aber ging die Reise an die Küste, nach Umea. Wir sind dabei nicht über die Europastraße 12, sondern über die 363 gefahren. Sehr schön, aber muß nicht unbedingt sein. An der Küste in Umea war natürlich wieder wesentlich mehr los als im Landesinneren. Dennoch lohnenswert. Der Campingplatz ist sehr schön mit sehr guten Anlagen und im Ort läßt sich in einer großen Fußgängerzone sehr gut einkaufen. Inzwischen war der 06.07. Hölik am Bottnischen Meerbusen war unser nächstes Ziel. Die E4 hinunter. Die Straße ist sehr gut ausgebaut und viel befahren, dennoch schön. Die 390 km schafften wir in rund 6 Stunden. Der Campingplatz ist sehr schön auf einer Halbinsel kurz vor Hudiksvall gelegen. Zum Meer sind es einige hundert Meter zu Fuß, ein Angelsee ganz in der Nähe. Der Platz liegt in einem Waldstück. Die Anlagen machen zwar nicht den tollsten Eindruck, dennoch war es sauber und gut auszuhalten. Auch dort verbrachten wir 2 Nächte und haben erneut versucht den einen oder anderen Fisch an Land zu ziehen. Ergebnis? Wie gehabt. Die letzte Etappe sollte uns nach Stockholm führen. 350 km, 5 Stunden dauerte die Fahrt. 3 Tage wollen wir uns dort aufhalten. Für Stockholm habe ich eine eigene Seite eingerichtet zur Seite Stockholm. Die Reise dorthin ist eigentlich ein Muß. Eine wunderschöne Stadt. Am 09.06. ging es dann auf die Heimreise. Quer durchs Land über die Europastraße 4 bis nach Helsingborg und dann über die Vogelfluglinie zurück. Eine wunderschöne Reise ging zu Ende. Wir fahren bestimmt wieder nach Schweden! Ein Land der Ruhe und der Natur, nette Menschen und unheimlich viel sehenswertes. Auf Wiedersehen in Schweden... |